Übersicht über häufige Innenraum-Schadstoffe

Leichtflüchtige Schadstoffe (VOC)

Zu den Volatile Organic Compounds (VOC, übers.: flüchtige organische Verbindungen), zählen die gas- und dampfförmigen Stoffe organischen Ursprungs in der Luft. Dies sind die klassischen Lösemittel wie Aromaten (Benzol, Styrol, Toluol usw.) und halogenierte Kohlenwasserstoffe(Alkane), wie auch Alkohole, Aldehyde, Ketone und Terpene.

Achtung: Auch die heute oftmals scheinbar ungefährlichen „lösemittelfreien“ Produkte auf Wasserbasis enthalten Lösemittel (z. B. Glykole und Glykolether). Diese müssen aber aufgrund ihres hohen Siedepunktes von über 200°C nicht mehr als solche deklariert werden und dürfen mit Gehalten bis zu 10% trotzdem enthalten sein!

Vorkommen:
Bis in die 1990er Jahre war in Anstrichen, Klebern, Bodenbelägen, Tapeten und Möbeln eine Vielzahl gesundheitsgefährdender Lösemittel enthalten.

Doch auch heute sind noch viele Lacke, Farben, Dämm-, Kleb- und Kunststoffe, Putz- und Pflegemittel Quellen für Lösemittelemissionen. Auch in Naturbaustoffen wie Naturharzölen und –wachsen sind Lösemittel enthalten, die bei hoher Konzentration zu Beschwerden führen können.

Beschwerden:
Anhaltende Kopfschmerzen, Augenjucken, Schleimhautreizungen bis hin zur Beeinträchtigung des Immunsystems und Blut-, Leber- und Nierenschädigung.

Schwerflüchtige Schadstoffe/Biozide/Weichmacher

Die Luftbelastung durch einen schwerflüchtigen Schadstoff erfolgt kontinuierlich und langsam und teilweise über einen langen Zeitraum von vielen Jahren. Gerade dass ihre Langzeitwirkung noch schlecht erforscht wurde, macht sie potenziell gefährlich für die Gesundheit.

Vorkommen:
Biozide finden v.a. in Holzschutzmitteln Verwendung. Aber auch in Insektensprays, Mottenschutzmitteln, Ledermöbeln und Teppichen.

Weichmacher werden fast allen elastischen Kunststoffen wie PVC, Folien, Kabeln, Lacken, Teppichen u.v.m. zugegeben. Häufigster Vertreter sind die Phthalate wie DEHP (Diethylhexylphthalat), das z.B. in Bodenbelägen, Vinylschaumtapeten, Kunstleder, Duschvorhängen, Teppichrücken und Weichschaumstoff enthalten ist. Wegen seiner gesundheits- und fortpflanzungsschädigenden Wirkung ist es seit 2007 in Spielzeug verboten. Das bis in die 1980ger Jahre vorwiegend als Weichmacher in Dichtungsmassen und Kunststoffen verwandte PCB (Polychlorierte Biphenyl) ist seit 1989 in Deutschland verboten.

Beschwerden:
Allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel bis hin zu chronischer Schädigung von Organen wie Leber und Nieren sowie Schädigungen am Nervensystem. Toxisch (PCB!).

Formaldehyd

Als immer noch einer der häufigsten Gifte im Innenraum gehört Formaldehyd zur Gruppe der Schwerflüchtigen Schadstoffe (s.o.).

Vorkommen:
Spanplatten, Möbel, Laminat, Fertigparkett, Wandverkleidungen, Versiegelungen, Lacke, Desinfektionsmittel, Zigarettenrauch.

Beschwerden:
Reizung der Schleimhäute, allergische Reaktionen, Asthma, Ekzembildung. Formaldehyd steht in Verdacht krebserzeugendes Potenzial zu besitzen.

Schwermetalle

Quecksilber, Blei, Chrom, Kupfer, Nickel, Arsen, Zinn, Zink, Bor, Cadmium.

Vorkommen:
Alte Farbanstriche, Holzschutzmittel, Lampen, alte Wasserrohre, Schlackeschüttungen

Beschwerden:
Einlagerung im Körper, Schädigung der Leber, Nieren, Nervensystem, Krebs.

Partikel und Fasern

Obwohl die krebserzeugende Wirkung von Asbest seit langem bekannt ist, findet man auch heute noch v.a. bei Renovierungen asbesthaltige Materialien aus den 70er und 80er Jahren.

Beim Ausbau von Asbest ist besonders sorgfältig und fachmännisch vorzugehen, damit keinesfalls Fasern frei werden und eingeatmet werden können.

Auch künstliche Mineralfasern (KMF) setzen Fasern frei. Ihre Wirkung ist ähnlich wie bei Asbest, sofern es sich um alte Mineralwolleprodukte von vor dem Jahr 2000 handelt.

Vorkommen:
Brandschutzverkleidungen, Ofendichtungen, Fassaden- und Dachplatten, Dämmstoffe, Nachtstromspeicheröfen

Beschwerden:
Festsetzen der Fasern in der Lunge. Kanzerogene Wirkung

Dipl.-Ing.
Katrin Anderlik

Im Tal 12
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